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Endgültiges Konzernergebnis 2000
BISHER BESTES JAHRESERGEBNIS
* Jahresüberschuss stieg um 47 % auf 66,7 Mio. EUR
* Dividendenerhöhung von 1,55 EUR auf 1,65 EUR pro Aktie
AUSBLICK
* Gutes Ergebnis im 1. Quartal 2001
* Anhaltender Lagerabbau bei Kartonverarbeitern und spürbare Abschwächung der Konjunktur in Europa erfordern deutliche Reduktion der Kartonproduktion im 2. Quartal * Gute Auslastung im Faltschachtelbereich
* Expansion in Karton und Packaging
Auf Basis einer soliden Konjunktur in Europa verzeichnete die Mayr-Melnhof Gruppe im Geschäftsjahr 2000 eine unvorhersehbar gute Nachfrage nach Karton und Faltschachteln. Der Konzern erzielte aufgrund signifikanter Leistungs- und Mengensteigerungen, der schnellen Anpassung der Verkaufspreise an die Rohstoffkostenentwicklung sowie der konsequenten Umsetzung von Kostensenkungsmaßnahmen im Jahr 2000 das bisher beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte.
Die konsolidierten Umsatzerlöse der Mayr-Melnhof Gruppe beliefen sich im Geschäftsjahr 2000 auf 1.078,3 Mio. EUR (1999: 906,6 Mio. EUR). Dies entspricht einem Wachstum von 19% gegenüber dem Vorjahr. Durch hohe Kapazitätsauslastung, Produktivitätssteigerungen und die Anhebung der Verkaufspreise bei Karton und Packaging gelang es, die drastischen Materialkostensteigerungen zu kompensieren.
Beim betrieblichen Ergebnis wurde ein Zuwachs um 23,8 Mio. EUR (+ 29,6 %) von 80,4 Mio. EUR auf 104,2 Mio. EUR erzielt. Damit stieg die Operating Margin des Konzerns auf 9,7 % (1999: 8,9 %). Der Zinsenaufwandssaldo verbesserte sich von 4,9 Mio. EUR auf 3,4 Mio. EUR. Diese Veränderung ergibt sich vor allem aus höheren Zinserträgen infolge gestiegener Bankguthaben und Zinsen. Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen im Geschäftsjahr 2000 31,0 Mio. EUR (1999: 30,9 Mio. EUR).
Der effektive Konzernsteuersatz verringerte sich von rund 40 % auf 31 %. Dies ist vor allem auf die steuerfreie Veräußerung von Grundstücken und Beteiligungen zurückzuführen. Beim konsolidierten Jahresüberschuss wurde ein Anstieg um 21,3 Mio. EUR (46,9 %) auf 66,7 Mio. EUR (1999: 45,4 Mio. EUR) erreicht. Das entspricht 5,56 EUR je Aktie nach 3,78 EUR im Vorjahr. Aufgrund dieser erfreulichen Entwicklung wird der Vorstand eine Erhöhung der Dividende von 1,55 auf 1,65 EUR pro Aktie vorschlagen.
Kartondivision
Infolge der positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen verzeichnete die Kartondivision im überwiegenden Teil des Geschäftsjahres 2000 eine rege Nachfrage aus West- europa und eine deutliche Absatzbelebung in Osteuropa. Der gestiegene Kartonbedarf und die dynamische Kartonpreisentwicklung führten zu einem Auftragsstand, der im Jahresdurchschnitt mit 115.000 Tonnen deutlich über dem Vorjahresniveau von (75.000 Tonnen) lag. Im Laufe des vierten Quartals haben die Kartonverarbeiter aber durch verstärkten Lagerabbau wesentlich weniger Neuaufträge platziert. Im Zuge dieser Entwicklungen kam es in der zweiten Dezemberhälfte zu Produktionsstillständen.
Nach den gezielten Investitionen in den vergangenen Jahren und technischen Optimierungen im Geschäftsjahr 2000 erreichte die Produktion - trotz einer Werkschließung, mehrerer Umbauten und den marktbedingten Produktionsstillständen - mit 1,25 Mio. Tonnen einen neuen historischen Höchstwert (1999: 1,21 Mio Tonnen).
Bedingt durch den starken Preisanstieg für Altpapier, Zellstoff und Erdgas wurden die Kartonpreise Anfang April 2000 um 10 % und Anfang Juli um 15 % erhöht. Die Karton- versandmenge konnte um 4,7 % auf 1,265 Mio. Tonnen angehoben werden. Das stark gewachsene Absatzvolumen und bessere Preise führten zu einem Anstieg der Umsatz- erlöse um 19,3 % auf 701,3 Mio. EUR. Osteuropa verzeichnete mit + 39 % (+ 44.000 Tonnen) das größte Absatzwachstum.
Der Operating Margin blieb mit 10,3 % gegen- über dem Vorjahr nahezu unverändert (10,2 %). Das betriebliche Ergebnis erreichte 72,4 Mio. EUR und lag um 12,6 Mio. EUR über dem Vorjahr (1999: 59,8 Mio. EUR). Dieser Erfolg ist vor allem auf die gute durchschnittliche Auslastung, signifikante Pro- duktivitätssteigerungen und höhere Preise sowie den Wegfall der ertragsschwachen Umsätze des Werkes Colthrop und der veräußerten Recyclingbetriebe zurückzuführen.
Packagingdivision
Die Packagingdivision zeigte im Geschäftsjahr 2000 aufgrund konsequenter Kosten- senkungs- und Optimierungsmaßnahmen bei positiven wirtschaftlichen Rahmenbe- dingungen eine erfreuliche Entwicklung. Im Zuge der vollen Umsetzung von Lieferver- trägen mit multinationalen Schlüsselkunden konnte die verarbeitete Tonnage gegen- über dem Vorjahr um 10 % auf 320.000 Tonnen ausgeweitet werden. Dadurch waren die Maschinen zufriedenstellend ausgelastet.
Die Umsatzerlöse stiegen infolge des größeren Volumens und höherer Preise um 22,2 % auf 477,1 Mio. EUR. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 54,4 % auf 31,8 Mio. EUR. Die Operating Margin konnte damit von 5,3 % auf 6,7 % gesteigert werden. Dies ist einerseits auf die Umsatzausweitung im Hochqualitätsbereich zurück- zuführen. Andererseits gelang es, durch Rationalisierungen die Umsetzung von Supply Chain Management Programmen mit Großkunden sowie Preiserhöhungen, dem starken Kartonpreisanstieg wirksam entgegenzusteuern. Aufgrund der Belebung der Nachfrage bei den osteuropäischen Faltschachtelbetrieben wurden die Kapazitäten in Polen und Rumänien durch Aufbau weiterer Produktionslinien erweitert. In Wien wurden die beiden Produktionsstätten der Packagingdivision zusammengelegt, um die Aktivitäten auf einen wettbewerbsfähigen Hochleistungsstandort zu konzentrieren.
Ausblick: Gutes 1. Quartal 2001 – Schwächere Auslastung bei Karton im 2. Quartal
Bei noch positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa verzeichnete die Mayr-Melnhof Gruppe im ersten Quartal 2001 einen guten Geschäftsverlauf. Das Periodenergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert werden. Aufgrund des anhaltenden Lagerabbaus bei Kartonverarbeitern und der spürbaren Konjunkturabschwächung in Europa ist der Eingang von Neuaufträgen in der Karton- division Anfang des 2. Quartals 2001 nochmals deutlich zurückgegangen. Der Auftrags- stand der Kartondivision hat mit rund 40.000 Tonnen im April ein unbefriedigendes Niveau erreicht. Mayr-Melnhof wird die Kartonproduktion der Nachfrage anpassen. Die Packagingdivision verzeichnet weiterhin eine zufriedenstellende Auslastung. Auf den Beschaffungsmärkten lagen die Preise für Altpapier Mitte April deutlich unter dem Vor- jahresniveau. Dem gegenüber sind die vom Rohölpreis abhängigen Material-, Transport- und Energiekosten im Vergleich zum 1. Halbjahr 2000 signifikant angestiegen. Deshalb ist es weiterhin notwendig, die Verkaufspreise für Karton in Europa stabil zu halten. Im Mittelpunkt der Expansionsstrategie des Mayr-Melnhof Konzerns stehen Akquisitionen sowohl im Karton- als auch Packaging Bereich.
Die günstige Kostenposition der Mayr-Melnhof Gruppe, lässt aus heutiger Sicht für das Jahr 2001 ein zufriedenstellendes Ergebnis erwarten.
Personalia
Dr. Wilhelm Hörmanseder, bisher Mitglied des Vorstandes der Mayr-Melnhof Karton AG, wurde vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bestellt.
Nächster Termin:
15. Mai 2001: Ergebnisse zum 1. Quartal 2001
