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Halbjahresergebnis 2002
SEHR ERFOLGREICHE GESCHÄFTSENTWICKLUNG
* Hohe Auslastung in beiden Divisionen
* Halbjahresergebnis, wie erwartet, nur knapp unter Rekordwert des Vorjahres
* Positive Aussichten für 3. Quartal
* Starker Rohstoffkostenanstieg rasch durch Preiserhöhung kompensiert
* Dynamik des Privatkonsums wird weitere Entwicklung bestimmen
Die Mayr-Melnhof Gruppe hat das erste Halbjahr 2002 trotz schwacher konjunktureller Rahmenbedingungen sehr erfolgreich abgeschlossen.
Die Packagingdivision verzeichnete bei stabiler Nachfrage nach konsumnahen Verbrauchsgütern einen anhaltend positiven Geschäftsverlauf. Damit war auch die Kartonnachfrage in Europa und Asien stärker als erwartet, wodurch die Kapazitäten der Kartondivision im ersten Halbjahr 2002 nahezu voll ausgelastet waren.
Wie erwartet, konnte die Mayr-Melnhof Gruppe das erste Halbjahr 2002 mit einem Periodenergebnis knapp unter dem Rekordwert des Vorjahres abschließen. Der Periodenüberschuss erreichte 43,5 Mio. EUR nach 48,5 Mio. EUR im Vorjahr. Infolge der guten Auslastung und der Akquisitionen im Vorjahr konnten die konsolidierten Umsatzerlöse trotz leicht gesunkener Durchschnittspreise um 7,4 % auf 600 Mio. EUR (1. HJ 2001: 558,9 Mio. EUR) gesteigert werden. Das betriebliche Ergebnis lag mit 67,8 Mio. EUR um 4 % unter dem Vorjahreswert (70,6 Mio. EUR).
Diese Differenz konnte trotz stark steigender Altpapierpreise im zweiten Quartal dank der hohen Kapazitätsnutzung gering gehalten werden. Der Zinsensaldo stieg auf -0,5 Mio. EUR (1. HJ 2001: -1,1 Mio. EUR). Die sonstigen Erträge (inkl. dem Ergebnis aus „at equity“-bilanzierten Beteiligungen) von 5,2 Mio. EUR in der Vergleichsperiode des Vorjahres ergaben sich aus einmaligen Veräußerungserlöse von Unternehmensanteilen. Im ersten Halbjahr 2002 lagen sie mit 0,8 Mio. EUR wieder auf einem Normalniveau.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern und Minderheitsanteilen erreichte demgemäss 68,1 Mio. EUR nach 74,7 Mio. EUR im Vorjahr. Der effektive Konzernsteuersatz lag bei rund 36 % nach rund 34 % im ersten Halbjahr 2001. Die Investitionen beliefen sich auf 30 Mio. EUR (1. HJ 2001: 24,9 Mio. EUR).
Verlauf des 2. Quartals Im zweiten Quartal war die Kapazitätsauslastung beider Divisionen aufgrund der guten Nachfragesituation auf den europäischen Märkten als sehr gut einzustufen. Diese wurde am Quartalsende durch Vorziehkäufe unterstützt, da der drastische Anstieg der Altpapierpreise eine Kartonpreiserhöhung um 10 % erforderlich machte. Die erhöhten Rohstoffkosten belasteten lediglich das Ende des Quartals, da die Umsetzung der Kartonpreiserhöhung mit Anfang Juli wirksam wurde.
Das betriebliche Ergebnis des Konzerns konnte im zweiten Quartal 2002 mit 33,3 Mio. EUR bei Vollauslastung an den Wert des ersten Quartals (34,5 Mio. EUR) anschließen. Die Weitergabe der Preise durch die Packagingdivision an die Endkunden erfolgt im Laufe des dritten Quartals.
KARTONDIVISION
Aufgrund der besser als erwarteten Nachfrage in Westeuropa und vermehrter Lieferungen in die Überseemärkte konnten die Kapazitäten der Kartondivision im ersten Halbjahr 2002 zu rund 98 % ausgelastet werden (1. HJ 2001: 90 %). Der durchschnittliche Auftragsstand belief sich auf rund 100.000 Tonnen und hat sich damit gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres (50.000 Tonnen) - auch bedingt durch die Ankündigung einer Preiserhöhung - verdoppelt. Der Kartonabsatz lag mit rund 758.000 Tonnen um 20,9 % über dem 1. Halbjahr 2001 (627.000 Tonnen). Rund 79 % davon entfielen auf Europa und 21 % auf die Überseemärkte (1. HJ 2001: 82%; 18%).
Die Produktion stieg um 19,9 % auf rund 742.000 Tonnen. Dieser Zuwachs bei Produktion und Absatz ist neben der Akquisition des Werkes Gernsbach im Vorjahr insbesondere auf die gute Auslastungssituation zurückzuführen.
Aufgrund des drastischen Anstiegs der Altpapierpreise seit April 2002, der primär durch eine temporäre Bedarfspitze in Asien ausgelöst wurde, war es notwendig, die europäischen Kartonpreise um ca. 10 % anzuheben. Auf den außereuropäischen Märkten haben die Kartonpreise die Talsohle eindeutig durchschritten, so dass während des ersten Halbjahres laufend zu besseren Preisen abgeschlossen werden konnte. Obwohl die Preise in Europa, abgesehen von Änderungen im Produktmix, stabil gehalten wurden, ist der durchschnittliche Verkaufspreis der Kartondivision gegenüber dem Vorjahr infolge des gestiegenen Überseegeschäfts mit strukturell niedrigeren Preisen zurückgegangen.
Durch die deutliche Erhöhung der Absatzmenge gelang es aber, die Umsatzerlöse um 10,5 % auf 396,7 Mio. EUR anzuheben. Das betriebliche Ergebnis lag mit 50,1 Mio. EUR (1. HJ 2001: 54,6 Mio. EUR) wie erwartet trotz hoher Auslastung insbesondere aufgrund der stark erhöhten Altpapierpreise im Juni und des Wegfalls einmaliger sonstiger betrieblicher Erträge unter dem Vorjahr. Die Operating Margin belief sich auf 12,6 % nach 15,2 % im ersten Halbjahr 2001.
PACKAGING DIVISION
Bei weitgehend stabiler europäischer Nachfrage nach Faltschachteln verzeichnete die Packagingdivision im ersten Halbjahr 2002 eine nachhaltig positive Geschäftsentwicklung. Mit 177.000 Tonnen lag die verarbeitete Tonnage der ersten sechs Monate vor allem akquisitionsbedingt um 7,3 % über dem Wert der Vergleichsperiode (1. HJ 2001: 165.000 Tonnen).
Somit konnte der Volumensausfall aus einer Unternehmensveräußerung im Vorjahr mehr als kompensiert werden. Der Anstieg der Umsatzerlöse von 249,3 Mio. EUR auf 256,8 Mio. EUR ist primär auf das erhöhte Volumen zurückzuführen. Infolge der laufenden Optimierungsmaßnahmen konnte sowohl im allgemeinen Verpackungsgeschäft als auch bei Zigarettenverpackung eine anhaltend solide Ergebnisentwicklung erzielt werden.
Beim betrieblichen Ergebnis gelang eine Verbesserung um 10,6 % auf 17,7 Mio. EUR (1. HJ 2001: 16 Mio. EUR). Die Operating Margin lag bei 6,9 % (1. HJ 2001: 6,4 %). Die Produktion im französischen Verpackungswerk Copacarton mit rund 50 Mitarbeitern und einer Verarbeitungskapazität von ca. 4.000 Jahrestonnen wurde per Jahresmitte eingestellt, da keine rentable Betriebsgröße erreicht werden konnte. Das bestehende Geschäft soll auf effizientere MMP-Werke übertragen werden.
Ausblick
Die Mitte des 2. Quartals 2002 angekündigten Preiserhöhungen werden sowohl für die Karton- als auch die Packagingdivision wirksam, so dass für das 3. Quartal insbesondere in der Kartondivision bereits mit einer weitgehenden Kompensation des starken Rohstoffkostenanstiegs gerechnet wird.
Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung lässt unsere Kunden sowohl in Europa als auch in den Überseemärkten jetzt sehr vorsichtig und kurzfristig planen. Der Auftragsstand der Kartondivision lag Mitte August bei rund 60.000 Tonnen (Vorjahr 60.000 Tonnen). Daher kann nach dem Juli auch zumindest für den August die Vorhersage einer zufriedenstellenden Auslastung getroffen werden. Auf den internationalen Altpapiermärkten ist dem rasanten Preisanstieg von April bis Juli Stabilität auf hohem Niveau gefolgt. Ziel ist es daher, die Kartonpreise nach Umsetzung der Preiserhöhung wieder stabil zu halten.
Die weitere Geschäftsentwicklung wird in hohem Maße von der Dynamik des privaten Konsums abhängen. Wie in der Vergangenheit wird Mayr-Melnhof, wenn notwendig, die Produktion der Nachfrage anpassen. Die aktuelle Prognoseunsicherheit erlaubt für das dritte Quartal 2002 die Vorhersage, dass sich der positive Geschäftsverlauf zunächst fortsetzt.
Der Halbjahresbericht 2002 ist auf unserer Homepage unter www.mayr-melnhof.com abrufbar. Die Ergebnisse zum 3. Quartal 2002 werden am 19. November 2002 veröffentlicht.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Mag. Stephan Werba, Investor Relations, Mayr-Melnhof Karton AG, Brahmsplatz 6, A-1041 Wien Tel.: (+43/1) 50136, Fax: (+43/1) 50136 – 1195 e-mail: investor.relations@mm-karton.com, Website: http://www.mayr-melnhof.com
