Aktienkurs EUR 72,49 17:33 GMT 22.05.2012

Newsdetails

Halbjahresergebnis 2005

 

  • Periodenergebnis leicht unter Vorjahr
  • Verstärkter Preiswettbewerb infolge anhaltend schwachen Konsumklimas
  • Wie erwartet, marktbedingte Maschinenstillstände bei MM Karton im 2. Quartal
  • Positiver Geschäftsverlauf in Kartonverarbeitung
  • Kostensenkung und Rationalisierung intensiviert
  • Prognosehorizont bleibt kurzfristig

 

Das anhaltend schwache Konsumklima in Westeuropa hat seit Jahresbeginn die Rahmenbedingungen auf den Märkten für Karton und Faltschachteln vorgegeben. Als Auswirkung davon hat sich der Wettbewerb deutlich verschärft. Dennoch konnte der Mayr-Melnhof Konzern das erste Halbjahr 2005 aufgrund gezielter Marktbearbeitung und konsequenten Kostenmanagements mit einem guten Periodenergebnis abschließen. Der Periodenüberschuss erreichte 49,3 Mio. EUR und lag damit um 3,0 Mio. EUR (-5,7 %) unter dem Wert des Vorjahres.

In der Kartonverarbeitung, MM Packaging, wurde der Wachstumskurs plangemäß fortgesetzt. Der Zuwachs im ersten Halbjahr resultierte sowohl aus den Unternehmenskäufen im Vorjahr als auch aus Neugeschäft. In der Kartonproduktion wurden aufgrund deutlich verstärkten Preisdrucks strategiekonform gezielte Abstellmaßnahmen gesetzt. Dennoch konnte die Ende des Vorjahres erzielte Preiserhöhung infolge fehlender Nachfrageimpulse nicht gehalten werden. Damit ist der Ergebnisbetrag aus dem Kartonbereich im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich zurückgegangen.

Die Umsatzerlöse des Mayr-Melnhof Konzerns stiegen um 6,4 Mio. EUR bzw. 0,9 % auf 715,4 Mio. EUR. Ein deutlicher Zuwachs bei MM Packaging konnte den Rückgang bei MM Karton mehr als kompensieren.

Das betriebliche Ergebnis erreichte 70,6 Mio. EUR und lag damit 5,3 Mio. EUR bzw. 7,0 % unter dem Vorjahreswert (1. HJ 2004: 75,9 Mio. EUR). Diese Differenz resultiert im Wesentlichen aus der geringeren Auslastung im Kartonbereich. Die Operating Margin belief sich somit auf 9,9 % (1. HJ 2004: 10,7 %).

Das Ergebnis vor Steuern betrug 73,0 Mio. EUR. Dies entspricht einem Rückgang von 3,8 % gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag lagen mit 23,7 Mio. EUR weitgehend auf Vorjahresniveau (1. HJ 2004: 23,6 Mio. EUR). Nach Wegfall einmaliger latenter Steuererträge des Vorjahres erhöhte sich die Steuerquote des Konzerns von 31,1 % auf 32,5 %.

Der Periodenüberschuss erreichte somit 49,3 Mio. EUR (1. HJ 2004: 52,3 Mio. EUR). Hieraus ergibt sich ein einfacher Gewinn je Aktie von 4,36 EUR (1. HJ 2004: 4,68 EUR).

Verlauf des 2. Quartals

Wie erwartet, war es auch im zweiten Quartal notwendig, die Kartonproduktion der Nachfragesituation entsprechend anzupassen. Die Kapazitätsauslastung von MM Karton betrug 94 % (Q1 2005: 93 %, Q2 2004: 99 %). Analog zur Gesamtmarktsituation verhielten sich die europäischen Altpapierpreise jedoch weitgehend stabil. MM Packaging konnte sich auf dem stark umkämpften Faltschachtelmarkt weiterhin sehr gut behaupten, schloss aber insbesondere infolge einmaliger Aufwendungen für den Standortumzug bei MM Packaging Iberica und Rationalisierungsmaßnahmen mit einem betrieblichen Ergebnis unter dem Vorquartal ab. Das betriebliche Ergebnis des Konzens belief sich auf 34,2 Mio. EUR nach 36,4 Mio. EUR im ersten Quartal 2005 (Q2 2004: 36,0 Mio. EUR). Der Periodenüberschuss erreichte 24,0 Mio. EUR (Q1 2005: 25,3 Mio. EUR, Q2 2004: 25,7 Mio. EUR).

SEGMENTE:

MM KARTON

Aufgrund fehlender Nachfrageimpulse aus Westeuropa und zunehmenden Mengendrucks auf den außereuropäischen Kartonmärkten infolge des massiven Kapazitätsausbaus in Asien hat sich der Preiswettbewerb seit Jahresbeginn deutlich erhöht. Damit ist auch die Kurzfristigkeit im Abnahmeverhalten der Kunden spürbar angestiegen. Der durchschnittliche Auftragsstand belief sich im ersten Halbjahr auf rund 60.000 Tonnen nach rund 80.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2004.

Bedingt durch den Anlaufbetrieb der modernisierten Maschine im Werk Eerbeek und Umbauten im Werk Nikopol im ersten Quartal sowie marktbedingte Abstellmaßnahmen im zweiten Quartal lag die Kartonproduktion mit 762.000 Tonnen um rund 3,6 % unter dem Vorjahr (1. HJ 2004: 790.000 Tonnen). Die Kapazitätsauslastung betrug damit 94 % nach 97 % in der Vergleichsperiode. Kostensenkungsmaßnahmen wurden allerorts verstärkt. Der Kartonabsatz erreichte 744.000 Tonnen (1. HJ 2004: 783.000 Tonnen), wovon rund 78 % auf Europa und 22 % auf die außereuropäischen Märkte entfielen (1. HJ 2004: 76 %, 24 %). Während die Altpapierpreise weitgehend konstant verliefen, verzeichneten die Preise für Energie eine anhaltend steigende Tendenz.

Der Mengenentwicklung entsprechend reduzierten sich die Umsatzerlöse um 5,9 % auf 375,9 Mio. EUR. Gleichzeitig ging das betriebliche Ergebnis von 41,7 Mio. EUR auf 33,4 Mio. EUR zurück. Die Operating Margin betrug damit 8,9 % (1. HJ 2004: 10,4 %).


MM PACKAGING

Analog zur konjunkturellen Gesamtsituation in Westeuropa verläuft der Absatz vieler Konsumgüterproduzenten schleppend. Das bedeutet für die Faltschachtelindustrie bei bestehenden Überkapazitäten eine insgesamt schwache und länderspezifisch uneinheitliche Nachfrage sowie hohen Wettbewerbsdruck.

Durch die Konzentration auf Hochleistungsstandorte mit modernster Technologie und laufende Produktivitätssteigerungen konnte sich MM Packaging auch im ersten Halbjahr 2005 sehr gut behaupten. Wachstum lieferten sowohl die Akquisitionen des Vorjahres als auch vertiefte Marktdurchdringung. Ungebrochen positiv entwickelte sich der Bereich Zigarettenverpackung, der weiterhin von nachhaltigem Wachstum in Osteuropa profitierte. Die verarbeitete Tonnage belief sich auf 250.000 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 14,2 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 (219.000 Tonnen). Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 8,4 % von 366,7 Mio. EUR auf 397,4 Mio. EUR, wobei rund 60 % dieses Zuwachses auf Akquisitionen zurückzuführen sind. Beim betrieblichen Ergebnis gelang eine Verbesserung um 8,8 % auf 37,2 Mio. EUR, so dass eine Operating Margin von 9,4 % erzielt wurde (1. HJ 2004: 9,3 %).

Investition Tiefdruck für Expansion bei Zigarettenverpackung

Mit der Investitionsentscheidung zum Erwerb von drei Tiefdruckmaschinen für die Standorte in Trier (Deutschland), Izmir (Türkei) und Cherkassy (Ukraine) wird die Expansion im Bereich Zigarettenverpackung weiter beschleunigt. Die neuen Aggregate werden Anfang nächsten Jahres den Betrieb aufnehmen.

AUSBLICK

Mit weiter zunehmender Ungewissheit bezüglich des Konjunkturverlaufs und der bestehenden Überkapazitäten auf Anbieterseite ist auch in naher Zukunft mit keiner Entspannung auf den westeuropäischen Hauptmärkten zu rechnen. Die Märkte Osteuropas bleiben vorerst attraktiv, wobei die schleppende Nachfrage in Westeuropa auch hier zunehmend dämpfend wirkt. Die Anstrengungen im Kartonbereich gelten der Sicherung unserer Marktanteile unter höchst möglicher Preisdisziplin. Entsprechend den punktuell notwendigen Produktionsstillständen werden Kosteneinsparungen konsequent verfolgt. Im Faltschachtelgeschäft steht die weitere Marktdurchdringung im Vordergrund, wobei wir wie bisher auf kontinuierliche Produktivitätssteigerungen setzen. Auf den Altpapiermärkten erwarten wir aus heutiger Sicht keine signifikanten Veränderungen. Bei Energie und den rohölpreisabhängigen Inputfaktoren wird sich der Aufwärtstrend jedoch fortsetzen. Angesichts der Kurzfristigkeit des Geschäftes sind die Prognosemöglichkeiten weiterhin deutlich eingeschränkt. Für das dritte Quartal 2005 gehen wir zumindest von Kontinuität aus. Der Akquisitionskurs wird beibehalten und gilt im gleichen Maße für MM Karton als auch für MM Packaging. 

Der Halbjahresbericht 2005 ist auf unserer Homepage unter http://www.mayr-melnhof.com abrufbar.


Die Ergebnisse zum 3. Quartal 2005 werden am 22. November 2005 veröffentlicht.   

24.08.2005

Nach oben