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Ergebnisse zum 3. Quartal 2005
• Periodenergebnis unter Rekordwert im Vorjahr
• MM Packaging mit deutlichem Ergebnisanstieg weiter auf Erfolgskurs
• MM Karton verteidigt Kartonpreis - vermehrte Stillstände und starker Anstieg rohölpreisabhängiger Kosten drücken jedoch auf Ergebnis
• Deutlich verschärfter Wettbewerb
• Fokus auf Produktivitätssteigerungen und Rationalisierungen verstärkt
• Akquisitionsstrategie wird weiter verfolgt
Die Ergebnisentwicklung des Mayr-Melnhof Konzerns war in den ersten drei Quartalen 2005 durch ein hohes Maß an Stabilität gekennzeichnet. Dies gelang trotz anhaltend schwacher Konsumnachfrage in den westeuropäischen Hauptmärkten und der damit deutlichen Verschärfung des Wettbewerbs sowie signifikanter Preisanstiege bei Energie und den rohölpreisabhängigen Inputfaktoren. Neue Rekordergebnisse in der Kartonverarbeitung standen einem deutlich rückläufigen Ergebnisbeitrag aus der Kartonproduktion gegenüber.
Im Jahresvergleich lag der Periodenüberschuss mit 73,3 Mio. EUR für die ersten drei Quartale 2005 um 10,0 % unter dem historischen Höchstwert des Vorjahres.
MM Packaging profitierte insbesondere von kontinuierlichen Produktivitäts-steigerungen sowie Wachstum aus Neugeschäft und den Akquisitionen im Vorjahr. Bei MM Karton blieben gezielte Abstellmaßnahmen zur Wahrung höchst möglicher Preisstabilität bereits seit Jahresbeginn unabdingbar. Darüber hinaus war der rasante Anstieg der rohölpreisabhängigen Kosten in der Kartonherstellung zunehmend spürbar.
Die konsolidierten Umsatzerlöse des Mayr-Melnhof Konzerns stiegen in den ersten drei Quartalen 2005 um 17,5 Mio. EUR bzw. 1,6 % auf 1.091,2 Mio. EUR (Q1-3 2004: 1.073,7 Mio. EUR). Ein deutlicher Umsatzzuwachs in der Kartonverarbeitung konnte dabei den Rückgang in der Kartonerzeugung mehr als kompensieren.
Das betriebliche Ergebnis belief sich auf 106,9 Mio. EUR und lag damit um 11,2 Mio. EUR bzw. 9,5 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Dieser Rückgang resultierte aus der Kartonerzeugung, deren Ergebnisbeitrag vor allem infolge geringerer Auslastung und höherer Inputkosten deutlich niedriger ausfiel. Die Operating Margin betrug somit 9,8 % (Q1-3 2004: 11,0 %).
Das Ergebnis vor Steuern erreichte 110,1 Mio. EUR (Q1-3 2004: 117,8 Mio. EUR).
Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf 36,8 Mio. EUR (Q1-3 2004: 36,4 Mio. EUR). Nach einmaligen latenten Steuererträgen im Vorjahr stieg der effektive Konzernsteuersatz der Berichtsperiode von 30,9 % auf 33,4 %.
Die ersten drei Quartale 2005 konnten daher mit einem Periodenüberschuss von 73,3 Mio. EUR (Q1-3 2004: 81,4 Mio. EUR) abgeschlossen werden. Daraus ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 6,48 EUR (Q1-3 2004: 7,24 EUR).
Verlauf des dritten Quartals
Wie erwartet, konnte das 3. Quartal 2005 mit hoher Ergebniskontinuität an das 2. Quartal anschließen. Der Periodenüberschuss belief sich auf 24,0 Mio. EUR nach 24,0 Mio. EUR im 2. Quartal (Q3 2004: 29,1 Mio. EUR). Das betriebliche Ergebnis erreichte 36,3 Mio. EUR (2. Quartal 2005: 34,2 Mio. EUR; 3. Quartal 2004: 42,2 Mio. EUR).
Im Zuge erfreulicher Markterfolge und nach Wegfall von Einmalaufwendungen aus Standortoptimierungen im 2. Quartal erzielte MM Packaging im 3. Quartal das bisher beste Quartalsergebnis.
Im Kartongeschäft waren im 3. Quartal in Verfolgung höchst möglicher Preisdisziplin verstärkt selektive Produktionsstillstände in den Kartonfabriken notwendig. Mit 91 % (Q3 2004: 97 %) lag die Kapazitätsauslastung von MM Karton unter dem 2. Quartal (94 %), wobei ein Teil dieses Rückgangs auf einen vorübergehenden technisch bedingten Stillstand einer Maschine zurückzuführen war. Ein leichter Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise gegenüber dem 2. Quartal resultierte im Wesentlichen aus dem höheren Absatz von Frischfaserkarton. Während die Märkte für den strategischen Rohstoff Altpapier auch über die Sommermonate weitgehend stabil verliefen, wirkte der starke Kostenanstieg aller rohölpreisgebundenen Inputfaktoren zunehmend belastend auf das Ergebnis. Somit lag das betriebliche Ergebnis von MM Karton im dritten Quartal deutlich unter dem Wert des zweiten Quartals.
Divisionen:
MM KARTON
Bei anhaltend unveränderter Kartonnachfrage in Westeuropa und nicht unerwartet reduzierten Absatzmöglichkeiten auf den Überseemärkten infolge des massiven Kapazitätsausbaus in Fernost haben sich Mengen- und Preisdruck im Jahresverlauf deutlich verstärkt. Hohe Kurzfristigkeit prägt dabei das Abnahmeverhalten der Kunden, so dass sich der durchschnittliche Auftragsstand der ersten drei Quartale 2005 auf rund 55.000 Tonnen (Q1-3 2004: rund 80.000 Tonnen) reduzierte.
Unter diesen Rahmenbedingungen verfolgt MM Karton die Strategie höchst möglicher Preisstabilität durch konsequente Mengendisziplin, womit es auch gelang, die durchschnittlichen Verkaufspreise weitgehend auf dem Niveau des Vergleichszeitraums im Vorjahr zu halten. Andererseits ist die Auslastung von MM Karton in der Berichtsperiode von 97 % auf 93 % zurückgegangen, wobei ein Teil dieser Reduktion auf den Anlaufbetrieb der modernisierten Kartonmaschine in Eerbeek und Umbauten in Nikopol zurückgeführt werden kann.
Die Produktionsmenge lag in der Folge mit 1.146.000 Tonnen um 2,5 % unter dem Vorjahreswert (Q1-3 2004: 1.176.000 Tonnen).
Der Versandmenge belief sich auf 1.127.000 Tonnen (Q1-3 2004: 1.167.000 Tonnen), wovon rund 80 % in Europa und 20 % auf den außereuropäischen Märkten abgesetzt wurden (Q1-3 2004: 76 %; 24 %).
Die Beschaffungsmärkte von MM Karton waren in den ersten drei Quartalen 2005 vor allem durch den starken Preisanstieg bei sämtlichen rohölpreisabhängigen Inputfaktoren geprägt. Die Altpapierpreise verzeichneten demgegenüber entsprechend der moderaten Nachfrage eine weitgehend stabile Entwicklung.
Parallel zur Mengenentwicklung gingen die Umsatzerlöse von 593,3 Mio. EUR auf 569,3 Mio. EUR (-4,0 %) zurück. Das betriebliche Ergebnis reduzierte sich insbesondere im Zuge der gesunkenen Auslastung und erhöhter Inputkosten von 63,6 Mio. EUR auf 46,9 Mio. EUR. Die Operating Margin lag damit bei 8,2 % (Q1-3 2004: 10,7 %).
MM PACKAGING
Auf dem westeuropäischen Faltschachtelmarkt führt Preisdruck als Folge fehlender Konsumdynamik und der Überkapazitäten zu wettbewerbsintensiven Rahmenbedingungen. Die Nachfrage gestaltet sich länder- und produktspezifisch äußerst uneinheitlich. In Osteuropa bleibt demgegenüber die Nachfragesituation allgemein attraktiv.
Mit dem Fokus auf Produktivitätssteigerungen und Expansion verzeichnete MM Packaging trotz zunehmenden Wettbewerbsdrucks in den ersten drei Quartalen 2005 eine anhaltend erfolgreiche Entwicklung, die vor allem von Zigaretten- und Waschmittelverpackung getragen wurde. Sowohl Marktanteilsgewinne als auch die Akquisitionen des Vorjahres lieferten erfreuliche Wachstumsbeiträge.
Rationalisierungen und Effizienzsteigerungen prägten das laufende Geschäft. In diesem Zusammenhang wurden die Produktionsvolumina von drei kleineren Standorten in Deutschland, Rumänien und Frankreich auf benachbarte Hochleistungsbetriebe verlagert.
Auf den Beschaffungsmärkten sind vor allem die Preise für sämtliche Erdölderivate deutlich angestiegen, während der intensive Wettbewerb auf den Kartonmärkten weiterhin Chancen bot.
Mit 380.000 Tonnen lag die verarbeitete Tonnage in den ersten drei Quartalen um 35.000 Tonnen über dem Vorjahr. Dies entspricht einem Zuwachs von 10,2 %. Die Umsatzerlöse erhöhten sich um 7,0 % von 567,6 Mio. EUR auf 607,2 Mio. EUR. Gleichzeitig konnte das betriebliche Ergebnis um 10,1 % auf 60,0 Mio. EUR verbessert werden. Die Operating Margin stieg damit von 9,6 % auf 9,9 %.
Im Zuge der Expansion im Zigarettenverpackungsgeschäft werden Anfang 2006 drei neue Tiefdruckmaschinen an den Standorten Cherkassy (Ukraine), Izmir (Türkei) und Trier (Deutschland) die Produktion aufnehmen.
AUSBLICK
Analog zu den aktuellen Konsumprognosen muss auch für die kommenden Monate mit weitgehend unveränderter Karton- und Faltschachtelnachfrage gerechnet werden. Wachstum ist daher wie bisher einzig aus verstärkter Marktdurchdringung sowie Akquisitionen zu erwarten.
Im Kartonbereich bleiben im vierten Quartal vor allem saisonbedingt gezielte Abstellmaßnahmen notwendig, so dass mit einer Auslastung auf ähnlichem Niveau wie im 3. Quartal gerechnet wird. Infolge der im kommenden Jahr nachhaltig höheren Kosten für Energie und übrige rohölpreisabhängige Inputfaktoren wird aktuell von der gesamten Industrie eine Kartonpreiserhöhung verlangt.
In der Kartonverarbeitung sollen Produktivitätssteigerungen und Standortoptimierungen weiterhin eine Rentabilität auf hohem Niveau ermöglichen. Für das Gesamtjahr 2005 ist somit ein gutes Konzernergebnis jedoch unter dem Rekordwert des Vorjahres zu erwarten. Ziel des Konzerns bleibt es, durch Kostensenkungen und Unternehmenskäufe zu wachsen und weitere Marktanteile zu gewinnen.
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Der Bericht zum 3. Quartal 2005 ist auf unserer Homepage unter http://www.mayr-melnhof.com abrufbar.
Das Konzernergebnis 2005 wird am 14. März 2006 veröffentlicht.
